Skipperfortbildung 2018

 Skipperfortbildung in der dänischen Südsee im Juni 2018    (Werner Herberger)

Vom 16. Bis 22.07.2018 führte ich eine einwöchige Skipperfortbildung mit angemessenem Urlaubscharakter durch.

Da dies während der „Kieler Woche“ stattfand, war die Kenntnis und Umsetzung der Vorfahrtsregeln unter Maschine und Segeln im typischen Tohuwabohu der Kieler Förde umzusetzen.

Andererseits gab es wunderbare Bilder von den vielen Traditionssegler.

Übungsschwerpunkte sollten sein:

  • ·      Hafenmanöver, Anlegen vorwärts in der Box, Arbeiten mit der luvwärtigen Achterleine
  • ·      Navigation in engen Rinnen: Marstall – Rudköbing und Rudköbing – Svendborg
  • ·      Notmanöver unter Maschine, unter Segeln und motorgestützte Segelnotmanöver.

Die Stationen waren Laboe, Marstal, Rudkoebing, Svendborg, Lyoe, Bagenkop, Laboe.

Tanken war am 22.06. in Strande mit anschließender Schiffsrückgabe.

Teilnehmer waren Guido, Steffen, Winfried und Werner.

Einen meiner ursprünglichen Planungspunkte, eine Nachtansteuerung nach Svendborg durchzuführen, habe ich nicht umgesetzt, da das einen langen Aufenthalt in Rudkoebing bedeutet hätte.

Andererseits hatten wir gegen Ende zwei einigermaßen lange Schläge a) von Lyoe um die Nordwestspitze von Aeroe nach Südosten bis Bagenkop und b) am letzten vollen Segeltag von dort nach Laboe.

In den Häfen legte ich ein besonderes Augenmerk auf die Arbeit mit der luvwärtigen Achterleine in der Box am Luv-Pfahl um das Schiff senkrecht gegen den Steg zu richten. Dies war bei dem nicht unwesentlichen Seitenwind in den Häfen ein gutes Übungsfeld.

Überhaupt war das Arbeiten mit Leine, Motor und Ruder einer der wesentlichen Schwerpunkte.

Auf See gab es intensives Segeln an 2 Tagen mit im Mittel 30 kn , in den Spitzen bis 35 kn Wind. Da wir den wahren Wind an den beiden letzten Tagen leicht von Achtern hatten, ergab das mit dem Fahrtwind überwiegend die Segellage „Voll und by“. Hier musste der Hinweis erfolgen, dass für lange Schläge eine kraftschonende Haltung verbunden mit einer kursstabilen Ruderlage ein wesentlicher Aspekt dafür sind, um kraftsparend, gradlinig und damit wach, konzentriert und effektiv Ruder zu gehen.

Als Erfahrung nehme ich mit, dass eine Wiederholung und Sicherung der SKS-Praxis mehr notwendig ist, als gedacht.

Rückblickend lässt sich sagen, dass die Skipperfortbildung aus 3 Teilen bestehen sollte:

  • A)    Wiederholung und Sicherung des Basiskönnens

 wie Notmanöver unter Maschine und Segeln, Rückwärtsfahren unter Maschine, Segelstellung und optimaler Kurs um den höchstmöglichen Vortrieb zu erreichen, Vermeiden des Gegenbauchs am Vorsegel, optimale Position des Rudergängers auf dem Schiff bei längeren Schlägen.

  • B)    Aufbauschulung:

 Arbeit mit den Leinen beim An- und Ablegen, Alternativen zum Eindampfen in die Vorspring, wenn sinnvoll. Motorgestützte Notmanöver,

  • C)    Revierkunde

Alleine die Anzahl der Punkte aus Punkt A) zeigt, dass hierzu besondere Überlegungen und Übungen notwendig sind. Von der Zeitplanung her erwies sich eine volle Woche als richtig.

Das Revier war richtig, da abwechslungsreich. Als Alternative sehe ich Istrien bzw Kornaten.

Ob Elba - Korsica sich hier ebenfalls anbietet, wage ich nicht zu entscheiden. Da muss ich diejenigen fragen, die dort die besseren Revierkenntnisse haben.

Wenn ich gefragt werde, bin ich gerne bereit, in 2019 erneut eine Woche für die intensive Nachschulung aufzuwenden.